Baerlauch_Fruehling_Murauen_Steiermark | © TVB Region Bad Radkersburg, pixelmaker.at

Alles Bärlauch

In den Laubwäldern der Bad Radkersburger Murauen breitet sich von März bis Mai ein knoblauchartiger Duft aus. Der Bärlauch ist los – und alle sind in kulinarischer Aufruhr!


Es gibt Dinge, die man als Bewohner der Steiermark nicht versäumen will: den Bärlauch, den heimischen Spargel, die Kirschen, den Mais, solange er milchig ist über Feuer zu grillen, die Schwammerl aus dem Wald, den Sturm, die Kastanien. In der Kürze der Saison liegt ihre Würze! Der sprießende Bärlauch in den Auwäldern nahe der Mur in Bad Radkersburg ist der erste kulinarische "Gruß" im Jahr, der die Herzen in Aufruhr versetzt. Der "Bärenlauch", dessen intensiver Duft die Auwälder durchströmt, prägt die Küche des ganzen Thermen- und Vulkanland Steiermark, allen voran die Restaurants der Parktherme Bad Radkersburg.

Dort wie auch in den anderen Gaststuben wird mit Liebe saisonal gekocht. Und natürlich hat man auch viel Erfahrung mit dem wilden Gemüse, das, vor allem roh genossen, sehr gesund ist (Vitamin C und antibakteriell wirksames Allicin, das der Pflanze auch ihren typischen Geruch verleiht). An gesundheitlichen Wirkungen trifft auf den Bärlauch alles zu, was man auch dem Knoblauch nachsagt. Geschmacklich gibt es feine Unterschiede, aber wer Knoblauch mag, ist wohl auch dem Bärlauch zugeneigt.

 

Frisch und G'sund

Die Gästeinfo Bad Radkersburg hat zusammen mit der Parktherme und "Patrone" Willi Haider eine eigene Bärlauchfibel herausgebracht: Darin finden sich anregende Bilder, die Lust auf Spaziergänge durch die Auen machen, Informationen rund um das wilde Gewächs (fachlich begleitet vom Biologen Andreas Breuss) und feine Rezepte. Von der Bärlauchsuppe über Bärlauchwok und Bärlauchbutter bis hin zu Bärlauchpesto und köstlicher Bärlauchtorte, einer Art Quiche, findet sich alles. "Hauptsache, es geht frisch vom Auwald in die Pfanne", sagt Dorli Weberitsch von der Gästeinfo, der es ein Anliegen ist, dass der Bärlauch auch in Zukunft auf den Tellern landet. "Es gibt nicht mehr so sehr viele Wildgewächse, die selbstverständlich in die Küche Eingang finden."

Wer dem kulinarischen Genuss (übrigens: Bärlauch schmeckt auch hervorragend in "exotischer" Umgebung, etwa in Dim-Sum-Füllung oder einem Risottino zum Lammrücken) wandernd auf die Spur kommen will, der darf einen Ausflug in die Murauen nicht versäumen. Die Murauen sind ein faszinierender Waldtyp: Man glaubt, eine fremde Welt zu betreten. Obwohl die Mur begradigt und eingetieft ist und Hochwasser nur selten die Uferdämme überströmen, sind noch Reste der früher regelmäßig überschwemmten Auen erhalten: samt verschiedenartigen Gewässern und Lahnbächen, dschungelartigem Dickicht aus Pappeln, Stieleichen und Akazien, Hopfen, Waldrebe und Efeu.

Romantisch und verwegen! Gerade im Frühling, wenn das Licht durch die Baumkronen auf das sprießende Grün am Boden fällt, ist es in den Murauen – dem zweitgrößten zusammenhängenden Augebiet Österreichs – einfach nur zauberhaft!

Wussten Sie, dass ...

  • der Name Bärlauch von "Bärenlauch" kommt? Die Geschichte erzählt, dass Bären nach ihrer Winterruhe als Erstes vom würzigen Bärlauch gefressen haben.
  • eine gewisse Verwechslungsgefahr zwischen Bärlauch und Maiglöckchen sowie Herbstzeitlosen besteht? Die Probe besteht darin, ein Blatt zu zerreiben. Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch!
  • die Murauen zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg mit fast 50 Kilometern das größte Augebiet der Steiermark sind?