08.10.2020 Robert Hopfer

Weindorf St. Anna am Aigen: Wein, nur du allein!

Kleine Häuser, schmale Gassen und ein Blick, der einen in die Knie gehen lässt. St. Anna am Aigen ist äußerst charmant und unsterblich verliebt. Und zwar in Wein. Nicht umsonst hat sich die Gesamtsteirische Vinothek dieses lauschige Platzerl ausgesucht, um Wein aus drei Regionen herzuzeigen.


Ein Ort umgeben von Wein

Rund um einen Hügel, auf dem sich Sankt Anna am Aigen angesiedelt hat, hat man sich dem steirischen Wein verschrieben. Hier kann man nicht nur in der Gesamtsteirischen Vinothek rund 220 Weine aus den drei Weinbaugebieten der Steiermark (Vulkanland Steiermark, Südsteiermark und Weststeiermark) verkosten, sondern den Wein auch auf einem speziellen Erlebnisweg riechen, hören - und in der berauschenden Natur natürlich auch kosten.

Gesamtsteirische Vinothek

Wo sich Rad- und Wanderwege kreuzen, da findet der Genusshungrige, was er sucht: Die Gesamtsteirische Vinothek mit Blick über das Steirerland. Rund 220 Weine stehen zu jeder Zeit zur Verkostung bereit. Auf Wunsch, kommt man auch in den Genuss, sich im Verkosten mit einem echten Profi auszutauschen. Was aber auf jeden Fall unterm Strich passiert, ist ein leichter Schwips und das Aneignen einer Ahnung was der steirische Wein so kann.

Weinweg der Sinne

Wie passend, dass man von St. Anna aus auch den Weinweg der Sinne beschreiten kann. Ein guter Rat ist, immer diesen wildromantischen Pfad zu beschreiten, bevor man sich dann voll und ganz einer Verkostung hingibt. Über Stock und Stein spaziert der Wanderer vorbei am Biotop mit Schmetterlingswiese, an den Nistplätzen seltener Vögel und natürlich an vielen Wein- und Obstgärten. Und wenn die Wadeln ein bisschen müde sind, sind die Sinne fürs Verkosten gleich geschärfter.

Informationen zum Weinwanderweg

Der Weinwanderweg der Sinne umfasst eine Gesamtlänge von 14 Kilometern (Gehzeit 4-6 Stunden) und beginnt bei der Gesamtsteirischen Vinothek St. Anna am Aigen. Eine kürzere Variante mit rund drei Stunden Gehzeit führt über neun Kilometer Länge. Oder man geht die Tour von Frutten nach Gießelsdorf mit 6,5 Kilometern (Gehzeit ca. zwei Stunden) oder wählt seine Strecke überhaupt selbst.

Ein ausführlicher Prospekt (kostenlos unter +43 3382 55 100 erhältlich) informiert über alle Attraktionen von Wasserorgel über Rosengarten bis zu alten Weinpressen, sodass man nichts übersieht. Über Stock und Stein. Rauf und runter geht es am Weinweg der Sinne, doch die Mühen werden reichlich belohnt - mit dem einen oder anderen köstlichen Tropfen und unvergesslichen Ausblicken.

Auf den Spuren des Weinwanderwegs

Wenn Wandern Fühlen ist: Rund um St. Anna am Aigen kann man den Wein auf einem speziellen Erlebnisweg riechen, hören – und in der berauschenden Natur natürlich auch kosten. "Wollts etwas verkosten?" Üblicherweise könnte man der freundlichen Dame in der Gesamtsteirischen Vinothek St. Anna am Aigen auf diese Frage nur schwer widersprechen, lagern in ihren Regalen doch über 200 der besten steirischen Weine.

Doch heute geht es nicht. Denn heute steht uns mit dem Weinweg der Sinne eine Wanderung der besonderen Art bevor, soll diese doch alle Sinne des Wanderers im Einklang mit Natur, Kulinarium, Musik und den Menschen ansprechen und beleben. Da heißt es wohl fit sein. "Dankeschön, wir schauen später wieder vorbei."

Und los geht es hinunter ins Pleschbachtal, dann wieder hinauf und runter über Weingärten, Wälder und Wiesen. Besonders anstrengend ist das nicht, aber wir wollen schließlich mit allen Sinnen genießen und entdecken. Zum Beispiel den Barriquetunnel, der unsere Nase öffnet für den Geruch von Eichenholz, in dem der Wein reift. Oder die Wasserorgel, bei der wir durch Heben und Senken des Wasserhebers unsere eigene Musik komponieren können.

Verirren können wir uns nicht, verlässlich leiten uns farbige Weinflaschen an der Flanke des Stradner Kogels zur Aussichtswarte auf der Gießelsdorfer Höhe, wo wir unvergessliche Ausblicke von Ungarn über das Burgenland bis nach Kroatien genießen.

Das alles ist inspirierend, entspannend und gleichermaßen anregend, jedoch: Schnell weiter kommen wir nicht gerade. Immer wieder laden wunderbare Buschenschänken am Wegrand mit ihren Köstlichkeiten zum Bleiben ein, es ist ein Verhängnis. Ein Kernölsalat hier, ein Glaserl Muskateller dort und für die müden Wanderer vielleicht eine Brettljause zur Stärkung, bitte sehr.

Nach fünf Stunden kommen wir glücklich und lachend wieder am Ausgangspunkt unserer Reise an, viel später als ursprünglich geplant. "Wollt's vielleicht jetzt was kosten?" Aber sicher doch!

Nützliche Links

  • Der "Weinwanderweg der Sinne"-Prospekt als Download
  • Alle Stationen des Weinweges im Überblick findet ihr hier
  • Detailierte Wegbeschreibung sowie GPX-Daten unter regio.outdooractive.com