22.11.2020 Robert Hopfer

Stiller Advent im Thermen- & Vulkanland Steiermark

Der Winter hält Einzug im Thermen- und Vulkanland Steiermark und schon bald ist es wieder Zeit, die ersten Türen im Adventkalender zu öffnen, Kekse zu backen und natürlich auf das Christkind zu warten. Doch nicht immer ist die besinnlichste Jahreszeit ruhig. Und gerade dieses Jahr sollte die Adventzeit im Zeichen der Rückbesinnung und der inneren Einkehr stehen - weg vom Konsum und dem Alltagsstress. Alles Wissenswerte rund um die Adventzeit im Thermen- und Vulkanland Steiermark haben wir euch hier zusammengefasst.


Ursprung des Advents

Der Advent steht für der Tür und bringt die wohl besinnlichste Zeit des Jahres mit sich, doch was steckt eigentlich dahinter? Das Wort "Advent" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet nichts anderes als "Ankunft". Wessen "Ankunft" hier gemeint ist, ist wohl den meisten bewusst, schließlich bereiten sich Christen auf der ganzen Welt auf die Geburt Jesus Christus vor.

Ursprünglich handelte es sich beim Advent um eine Fastenzeit, die vom 11. November bis 6. Jänner andauerte. Der Advent, wie wir in heute kennen, geht auf das 7. Jahrhundert zurück und wurde von Papst Gregor dem Großen eingeführt. Der Beginn des Advents leitet aber nicht nur die Zeit der Vorbereitung und Besinnung ein, sondern auch das neue Kirchenjahr. Viele Bräuche von früher begleiten auch heute noch die Menschen in diesen Wochen. Angefangen vom Adventkalender bis hin zum Einfrischen der Barbarazweige und der Herbergssuche ist es damals wie auch heute eine Zeit der Traditionen und Besinnung.

Adventkranzbinden

Aufgehängt oder gelegt, rund oder in einer Linie gesteckt: Ein selbstgemachter Adventkranz bereitet der Familie große Freude - beim Basteln wie beim Anzünden der Kerzen in der besinnlichen Zeit vor Weihnachten. Den Brauch des Adventkranzes gibt es seit dem 19. Jahrhundert, wobei der grüne Kranz mit seinen Kerzen eng mit christlichen Symbolen verknüpft ist. Das sanfte, immer heller werdende Licht soll den Weg bis zur Geburt Christi begleiten und die Gemeinschaft fördern. Die runde Form wird mit dem Kreislauf der Zeit, des Lebens und der Auferstehung verbunden, und die grüne Farbe der Zweige steht für die Hoffnung. Für den traditionellen Kranz wird Tannenreisig mit Blumendraht rundum an einem Strohrömer (Strohkranz) befestigt, ehe Stumpenkerzen mit einem Dorn draufgesteckt werden. Nüsse, Zapfen oder sonstige dekorative Elemente kann man mit Heißkleber auf dem Gebinde fixieren.

Der Bio-Blumen-Landwirtschaftsbetrieb "Vom Hügel" hat dieses Jahr ein ganz besonders Angebot: Einfach im Onlineshop das DIY-Paket zum Adventkranzbinden mit detaillierter Anleitung und Material bestellen und schon steht dem perfekten Adventkranz nichts mehr im Weg. | www.vomhuegel.at

Das grüne Licht

Wer im Advent abends im Südosten der Steiermark unterwegs ist, dem werden die grün beleuchteten Kirchen, Kreuze und Kapellen auf den Hügeln wohl kaum entgehen. Dieses Licht ist ein sichtbares Zeichen des christlichen Glaubens und ein Symbol des stillen Advents. Dadurch sollen wir daran erinnert werden, dass Entschleunigung und Rückbesinnung besonders in dieser Zeit wichtig sind.

Laternen vor den Haustüren

So wie das grüne Licht ein Zeichen der Stille und des Advents ist, so sind es auch die zahlreichen Laternen vor den Häusern der Einwohner in der Region. Die großartigen Laternen, die nachhaltig aus Resthölzern wie Fichte, Kiefer und Lärche gebaut werden, spenden Licht in den dunklen Nächten.

TIPP für Groß & Klein: Im Advent einfach bewusst Zeit nehmen und täglich ein Kerzerl in seiner Laterne anzünden - schöner als jeder Adventkalender!

Hergestellt werden die schönen Lichtspender in der Feldbacher Wohlfühltischlerei Knaus und sind in drei Größen erhältlich. Damit die Hauslaternen auch dieses Jahr ihren Weg zu ihren zukünftigen Besitzern finden, können die Stücke kontaktlos beim Vulkanland-Tischler abgeholt werden. Ebenso werden sie in einem Umkreis von 15 Kilometern geliefert. Für weiter entfernte Haushalte ist nach Anfrage eine Zusendung möglich.

Tipp für Hobby-Handwerker: Die Bauanleitung für die Vulkanland-Laterne findet ihr hier. Familie Knaus bietet alternativ dazu auch ein Bauset an, um sie zu Hause mit den Liebsten zusammenzubauen. Wer dieses Jahr an der regionalen Tradition teilnehmen will, sollte sich daher unbedingt an die Tischlermeister wenden! | www.knaus.at

Christbäume aus der Region

Frisch geschnittene heimische Christbäume sind klimafreundlich und erheblich mehr wert als auf den ersten Blick erkennbar. Sie werden nach strengen ökologischen Bestimmungen kultiviert. Die kurzen Transportwege (im Schnitt sind es 1,4 Kilometer) leisten einen aktiven Beitrag für eine saubere Umwelt. Sie können auch frisch geschnitten werden, sind satt grün, behalten ihre Nadeln bis lange nach Weihnachten und duften einzigartig. Die rot-weiß-rote Banderole "Steirischer Christbaum - ein Baum aus der Heimat - Danke, liebes Christkind" garantiert die steirische Herkunft der Weihnachtsbäume.

Auf der Website der ARGE Steirischer Christbaumbauern sind alle Verkaufsstellen - auch zum Selberschneiden - gelistet. | www.weihnachtsbaum.at

Und das überhaupt Wichtigste: Zeit nehmen

Wie Peter Rosegger es schon gesagt hat: "Wer sich Zeit nimmt, der hat sie." Besonders in der Adventzeit wird in der Hektik des Alltages darauf vergessen, wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen. Einmal nicht an die Weihnachtseinkäufe, den Weihnachtsputz oder an die ausstehenden Erledigungen denken und sich stattdessen auf das Hier und Jetzt besinnen, die Seele baumeln lassen und bei einem Spaziergang in unserer wunderschönen Region oder bei einem guten Buch wieder Kraft tanken.

Ja zur Stille, aber ohne Kunst und Kultur wird's unerträglich still

Tausende Menschen können ihrem Beruf nicht nachgehen und ihre Existenzen sind bedroht, aber auch die kulturelle Vielfalt ist in Gefahr. Das führt zu geistiger Armut in der Gesellschaft. Der Aufschrei derer, die Kunst und Kultur als unentbehrliche Nahrung für Geist und Seele verstehen, in den sozialen Medien ist groß. Denn ohne Kunst und Kultur wird's still!

Und weil Stillstand keinesfalls zu den Kulturschaffenden im Thermen- und Vulkanland Steiermark passt, haben sie sich zusammengetan und veranstalten ein Online-Adventprogramm, das seinesgleichen sucht. Geboten wird ein buntes Potpourri an Musik, Literatur und bildender Kunst. Das vorweihnachtliche Kunst- und Kulturprogramm findet jeden Adventsamstag ab 15.00 Uhr statt und wird live auf Facebook (Frische.HOCH.Kultur im Steirischen Vulkanland) übertragen! In diesem Rahmen werden Spenden für die durch COVID-19 stark gebeutelte Kultur-Szene gesammelt.

Kategoriezuweisung

Kultur & Brauchtum